Rosen&Rüben konnte im mit Spannung erwarteten „Kulturhauptstadtjahr“ 2025 seinen Bewerbungsrekord von 2024 halten und aus dem Vollen schöpfen. Die Rosen&Rüben-Bewerbungsphase war 2025 zugleich der zweite Projektaufruf der KulturRegionale. Um einen dritten Aufruf für die KulturRegionale möglich zu machen, endete die Bewerbungsfrist bereits Mitte Januar. Der Vielzahl an Einreichungen tat dies keinen Abbruch. Wie 2024 konnten der Jury nach Ende der Bewerbungsfrist 70 Einreichungen übergeben werden. Wie in den vorangegangenen sieben Jahren war es eine kniffelige Aufgabe für die Jury ein thematisch, räumlich und zeitlich ausgewogenes Programm zusammenzustellen. Viele der Veranstaltungen, die nicht aufgenommen werden konnten, fanden sich im Programm der KulturRegionale wieder und konnten über den dritten Aufruf Teil des großen Kulturprogramms von Juni bis September sein.
Von Mai bis Oktober wurden 44 Veranstaltungen über das Label Rosen&Rüben beworben. Herzstück des Projekts war auch dieses Jahr das aufwendig gestaltetes Printprogramm – natürlich auch digital über die Homepage und Social Media einsehbar. Neben einer landkreisweiten Plakatierung und Programmheftverteilung war Rosen&Rüben mit Beiträgen im Hörfunk und mit einer großangelegten Anzeigenkampagne über die Blätter des Gleitz-Verlag präsent für seine Veranstaltungen. Das Netzwerk Kultur&Heimat, Trägerverein von Rosen&Rüben, konnte das Rosen&Rüben-Format „Essenszeit“ erfolgreich bei der KulturRegionale als Kooperationsprojekt platzieren. Für die Konzeptausgestaltung und Projektleitung wurde Josephine Ziegler für das Rosen&Rüben-Team gewonnen.
Die aus der Kulturhauptstadtbewerbung hervorgegangene KulturRegionale bündelte im Sommer 2025 über 360 Veranstaltungen mit enormer Reichweite. Unter einem weitgefassten Kulturbegriff entstanden hier viele Kooperationen, Sonderformate und Veranstaltungsreihen, die 2025 zu einem kulturell besonderen Jahr für Hildesheim und die Region machten. Durch die inhaltlichen und programmatischen Gemeinsamkeiten mit Rosen&Rüben lag es sehr nah hier eine enge Kooperation mit dem ausführenden Projektbüro einzugehen. So waren alle Rosen&Rüben-Veranstaltungen, die im Landkreis Hildesheim lagen und in den Monaten Juni bis September stattfanden, auch Teil der KulturRegionale. Entsprechend intensiv war der bereits 2024 aufgenommene Austausch der beiden Teams. Die Ausschreibung für Rosen&Rüben 2025 war zugleich der zweite Aufruf der KulturRegionale und startete bereits im November 2024.
Die Kultur im Landkreis erfreute sich 2025 gestärkter Aufmerksamkeit und durchweg gut besuchter Veranstaltungen. Zuletzt genossen viele Besucher*innen das Apfelfest des Vereins GEWISS e.V. am Schloss Henneckenrode bei goldenem Oktoberwetter. Am Museumsbahnhof in Sibbesse-Almstedt wurde Anfang Oktober drei Tage lang das „Herbstliche Bahnvergnügen“ gefeiert. Besonders das samstägliche Konzert war ein Publikumsmagnet und wird im kommenden Jahr wiederholt. Seinen letzten, auch von SAT.1 regional begleiteten Auftritt, feierte der über 80-jährige DJ Jürgen Heiler mit „Musik aus Studio G“ im August. Ebenfalls im August waren die Ausstellungseröffnung „Holler Wasserfarben“ sowie die Aufführung des Landschaftstheaters Forum Heersum Teil einer KulturRegionale-Bustour. Die vier kostenfreien, moderierten Bustouren unter dem Motto „VerBindungen schaffen“ waren ausgebucht. Zudem war der „Dinner-Talk im Kuhstall“ ein voller Erfolg. Hier kooperierte die Arbeitsgemeinschaft der Vereine Garmissen-Ahstedt-Garbolzum mit der Walter-Gropius-Schule und verband fachliche Vorträge mit regionaler Kulinarik. Getreu dem Motto, Glühwürmchen und Leuchttürme der Kulturlandschaft zu vereinen, erreichte die Ausgabe 2025 – von der Lesung mit 15 Gästen bis zum Festival mit Hunderten – ein großes, diverses Publikum in Stadt und Landkreis.
2025 startete die Essenszeit mit Neukonzeption und vergrößertem Budget erfolgreich in ihre in dieser Form erste Saison. Das Format fand an sechs unterschiedlichen Orten im gesamten Landkreis Hildesheim statt, um die Vielfalt der Region erlebbar zu machen und lokale Akteur*innen aktiv einzubinden. Im Zentrum stand der Austausch über Themen wie Heimat, Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und regionale Lebensmittel. An jedem Ort gab es unterschiedliche Inputs z.B. fachliche Impulse, moderierte Gesprächsrunden und Möglichkeiten zum gemeinsamen Austausch und Kennenlernen. Ein besonderes Highlight bildete ein gemeinsames Essen aus regionalen Zutaten, das in Kooperation mit lokalen Partner*innen gestaltet wurde. Das kostenlose Angebot erreichte insgesamt 98 Teilnehmende und förderte durch seine offene Atmosphäre insbesondere den intergenerationellen Dialog. Trotz des großen Erfolgs stellten kurzfristige Absagen eine logistische Herausforderung dar, weshalb künftig die Einführung eines solidarischen Bezahlmodells empfohlen wird, um Verbindlichkeit und Nachhaltigkeit weiter zu stärken.
2025 wurden durchgängig alle Veranstaltungen auch über den Rosen&Rüben-Instagramkanal angekündigt und nachbereitet. Im Jahresverlauf steigerte sich hier die Anzahl der Nutzer*innen weiter. Die steigende Reichweite auf Instagram ergänzte die Pressearbeit ideal durch aktuelle Hinweise und Nachberichte. Daneben ist dem Rosen&Rüben-Team der persönliche Kontakt und die Präsenz vor Ort sehr wichtig. So waren bei über der Hälfte aller Veranstaltungen Teammitglieder anwesend. Bei dem Kulturfestival Wallungen im Juli konzipierte das Rosen&Rüben-Team gemeinsam mit dem IQ einen Info- und Gewinnspielstand. Folgerichtig wurden Tickets für einige Rosen&Rüben-Veranstaltungen verlost. Bei dem Stand konnte man sich ebenfalls mit Plakaten und Programmheften eindecken. Das Design von Rosen&Rüben wird 2026 überarbeitet. Der Auftrag dafür geht an den Hildesheimer Designer Gero Schulze.
Am 28. November 2025 feierte das Netzwerk Kultur & Heimat Hildesheimer Land e.V. sein 20-jähriges Bestehen im Festsaal Söhlder Hof. Unter dem Motto „Bitte weitergehen – hier gibt’s was zu sehen!“ versammelten sich rund 60 Akteur*innen aus Kulturpolitik, Verwaltung und Praxis. Der Abend gestaltete sich als dynamische Mischung aus feierlichem Rückblick, fachlicher Weiterbildung und viel Raum für Austausch. Verschiedene und bunte künstlerische Beiträge einiger Mitglieder ließen die vergangenen zwei Jahrzehnte auf amüsante und kreative Weise Revue passieren. Ein fachliches Highlight war der digitale Vortrag von Dr. Ulf Bohmann (TU Chemnitz) zum Thema „Was hat Soziokultur mit Demokratie zu tun?“, der die essenzielle Rolle der Netzwerkarbeit für die Demokratieförderung unterstrich. Außerdem wurde Sabine Zimmermann als langjährige Geschäftsführerin verabschiedet und ihre prägende und inspirierende Arbeit feierlich gewürdigt. Als zukünftiges Geschäftsführungsduo wurden Heike Schmidt und Sophie Radde vorgestellt und ein kurzer Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Netzwerks gegeben. Der Abend klang in ausgelassener Atmosphäre auf der Tanzfläche aus.
Zum 1. November übernahm Sophie Radde die Projektleitung von Florian Brand. Zwei Jahre lang leitete Brand das Projekt in Elternzeitvertretung für Katrin Morgenroth. Der scheidende Projektleiter verlässt Hildesheim gen Salzburg und übergibt das Kulturlabel an die studierte Kulturwissenschaftlerin. Sophie Radde ist bereits seit 2022 in verschiedenen Projekten und als Assistenz der Geschäftsführung für das Netzwerk Kultur&Heimat Hildesheimer Land e.V. tätig. Dank einer strukturierten Übergabe und dem bewährten Team – bestehend aus Gero Schulze (Grafik), Marina Römer (Öffentlichkeitsarbeit) und Romy Renner (Assistenz) – bleibt die Kontinuität gewahrt. Die Vorbereitungen für die Saison 2026 laufen bereits. Gemeinsam mit starken Partner*innen und einem tollen Team blickt die neue Leitung voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit.
Die Saison 2024 war geprägt von Veränderung für Rosen&Rüben. Mit dem Beginn ihrer Elternzeit im November 2023 übergab die langjährige Projektleiterin Katrin Morgenroth interimsmäßig die Leitungsfunktion an den Kulturwissenschaftler Florian Brand. Brand hatte bereits 2023 für das Netzwerk Kultur und Heimat e.V. den „Tag der Schiene“ bei den Kulturerlebnistagen organisiert.
Dies stellte nicht den einzigen Wechsel im fünfköpfigen Team dar. Für Inka Steffens, die bei Rosen&Rüben für die Pressearbeit zuständig war, fand sich in Marina Römer eine adäquater Ersatz mit bester Vernetzung in die Hildesheimer Kulturszene. Zum diesjährigen Saisonabschluss und zum Ende ihres Studiums verließ bedauerlicherweise unsere Projektassistenz Katrin Griebenow das Team in Richtung Hannover. Für sie, die im Besonderen die GEMA-Abrechnungen betreute, wird die gebürtige Wienerin Sophie Romy Renner zur neuen Saison hin das Team verstärken.
Nicht nur im Team gab es viel Bewegung. Auch Rosen&Rüben als Projekt hat sich in 2024 weiterentwickelt. Die Pressearbeit wurde um die Facette Instagram erweitert. Dort ist Rosen&Rüben schon nach kurzer Zeit bestens vernetzt und erreicht die Kulturschaffenden schnell, kurz und prägnant. Mit einiger Vorplanung wurde das Format der Essenszeit im Hildesheimer Land wieder aufgelegt. Eine sehr gelungene Kooperation zwischen der Walther-Gropius-Schule, dem transeuropa Festival und Rosen&Rüben trug bei der Festivaleröffnung ihre Früchte. Mit der KulturRegionale, dessen zweiter Projektaufruf zugleich die Rosen&Rüben-Bewerbung darstellt, ist das landkreisweite Projekt bereits 2024 in die Saison 2025 gestartet. Mit einer Frist vom 12. November 2024 bis 12. Januar 2025 sind Bewerbungen für Rosen&Rüben nun früher möglich.
2024 verzeichnete Rosen&Rüben mit knapp 70 Bewerbungen einen Rekord zum Abschluss der Bewerbungsphase Ende Februar. Dem gingen drei Monate mit intensiver Werbung und Netzwerkarbeit für die anstehende Saison voraus. Über den über die Jahre stetig gewachsenen Rosen&Rüben-Verteiler wurde regelmäßig informiert. Rosen&Rüben war aber auch in anderen Netzwerken aktiv unter andrem beim Arbeitskreis Innerste Radweg, dem Netzwerk öko fair und mehr oder beim Runden Tisch Kultur. Die Jury entschied sich für 43 Veranstaltungen, die zwischen Mai und September über den ganzen Landkreis verteilt stattfanden. Eröffnet wurde die Saison vom Gospelchor Come together in der Matthäi-Kirche in Gronau. 450 Zuhörer*innen feierten das Jahreskonzert und die Sänger*innen des gemischten Chores, dessen Mitglieder aus dem Alfelder Umland, aus Elze, Springe und dem Leinebergland zusammenkommen. Viele Veranstaltungen setzten traditionell einen musikalischen Schwerpunkt. Vom Folk im Obstgarten über die Shownacht in Dinklar bis zum mehrtägigen, in dieser Form letztmalig stattfindenden Reggae-Festival Weedbeat mit weit über tausend Besucher*innen.
Nachhaltigkeit, Natur und Umweltschutz sind Themen die Rosen&Rüben in den Qualitätskriterien hervorhebt. In diesem Spektrum fand sich ebenfalls eine Vielzahl an Veranstaltungen. Der Storchentag in Heneckenrode, die Kunstausstellung von Pflanzen träumen, in Everode ein Pflanzenfest mit der Möglichkeit Stecklinge zu erwerben, eine Kleidertauschbörse veranstaltet von der VHS in Alfeld oder Vom Korn zum Brot im Familienpark Sottrum waren Veranstaltungen die das Kunst- und Kulturfeld von Rosen&Rüben bereicherten und erweiterten. Mit einer Ausstellung der HAWK, die den kompletten Campus bespielte, dem viertägigen Performancefestival transeuropa an verschiedenen Spielorten über ganz Hildesheim verteilt, den Lesungen des studentischen Kollektivs Irgendwie248Sachen und dem BELLA triste-Team fanden 2024 auch wieder vermehrt studentische Produktionen, die das kulturelle Leben im der Stadt Hildesheim mitprägen, Eingang ins Rosen&Rüben-Programm. Am 29. September schloss das Programm mit einer für Rosen&Rüben ganz besonderen Veranstaltung. Kathrin Hillebrand belebt unter dem Titel back to he roots die Gaststätte ihrer Eltern samt Tanzsaal in Dinklar. Bei sonnigem Spätsommerwetter fanden sich Dorfbewohner*innen und Gäste aus dem Umland zu Markttreiben, Kindertheater und Konzert auf dem urigen Gelände ein. Dem Rosen&Rüben-Motto, sowohl die Glühwürmchen als auch die Leuchttürme der Kulturlandschaft im Landkreis in einem Programm zu fassen, folgend, erreichte auch die diesjährige Ausgabe von der intimen Lesung mit 15 Zuhörer*innen bis zum Festival mit hunderten von Gästen ein großes, diverses Publikum in Stadt und Landkreis.
Um Kultur und gute Küche zusammenzuführen und gemeinsam zu präsentieren, wurde 2019 die „Essenzeit im Hildesheimer Land“ ins Leben gerufen. 2024 erhielt sie durch die Kooperation mit der Walter-Gropius-Schule einen neuen Impuls. Ganz im Sinne des Konzepts der Europaschule übernahm die Gastronomieabteilung das Catering der Eröffnungsveranstaltung des transeuropa Festivals. Unterstützt von den beiden Lehrkräften Oliver Schubert und Carsten Scholl bereiteten die Schüler*innen der Berufseinstiegsklasse BES, der Berufsfachschule BFSdualG und der Sprach- und Integrations-Klassen SI den Eröffnungsgästen mit einem vielfältigen Angebot an Fingerfood einen köstlichen Empfang.
Eine umfassende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unsere Teilnehmenden und Rosen&Rüben an sich ist zentraler Bestandteil des Projekts. Seit Beginn des Jahres informiert Rosen&Rüben nicht nur ausführlich über Print- und Onlinemedien sowie die eigene Webseite, sondern ist auch auf Instagram mit einem eigenen Kanal vertreten. Die gute Vernetzung des Projekts und die Bekanntheit der Marke übertrug sich sehr schnell auf die sozialen Medien. So lag die Anzahl der Nutzer*innen, die einen der insgesamt 103 Posts oder eine der 140 Stories von Rosen&Rüben sahen, nach drei Monaten bei 240, im zweiten Quartal bereits bei 2831, im dritten bei 4569. Der lokale Radiosender Radio Tonkuhle berichtete mehrmals in seinem Programm über Rosen&Rüben. Mit einer Auflage von 11.500 Exemplaren wurden das lokal gedruckte Programmheft sowie Plakate im ganzen Landkreis verteilt. Bei den meisten Veranstaltungen wurde ebenfalls auf Rosen&Rüben und die Kooperation mit dem Label hingewiesen. Hier wünscht sich das Projektteam von Seiten der Veranstalter*innen allerdings etwas mehr Sichtbarkeit. Mit einer Plakataktion und selbstgebackenen Rübenmuffins präsentierte sich Rosen&Rüben im Rahmen des Empfangs beim transeuropa Festival den geladenen Gästen.
Das Jahr 2025 wird ein aus kultureller Hinsicht besonders spannendes. Mit Formaten wie der Veranstaltungsreihe KulturRegionale werden Projektideen aus Hildesheims Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas für 2025 in die Tat umgesetzt. Da die KulturRegionale eine ähnliche Agenda wie Rosen&Rüben verfolgt, wurde bereits in einer sehr frühen Projektphase eine Kooperation vereinbart. In einigen Planungs- und Abstimmungstreffen erarbeiteten die beiden Teams ein gemeinsames Model, das vorsieht, das Bewerbungsverfahren für Rosen&Rüben terminlich vorzuziehen und als zweiten Aufruf für die Beteiligung an der KulturRegionale zu nutzen. Somit werden sehr viele Veranstaltungen in 2025 sowohl durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Rosen&Rüben als auch über die KulturRegionale beworben.
Das jährlich im Dezember stattfindende Kulturnetzwerktreffen von Rosen&Rüben „Unter Dampf“ setzte in 2024 die Headline „Mit schaafe Sooß“. Für diese scharfe Soße, die Würze, sorgten die rund 40 Teilnehmenden im Workshopteil der Veranstaltung selbst. An acht Expert*innentischen wurden Themen und Ansätze der Kulturentwicklungsplanung (KEP) für den Landkreis Hildesheim mit Ideen, Anregungen und Wünschen der Teilnehmenden angereichert – sozusagen kräftig gewürzt. Dabei ging es unter anderem um Nachhaltigkeit in der Kulturarbeit, Anerkennung für das Ehrenamt, die Ausgestaltung eines Fachtages oder um Post aus der Zukunft. Diese Post konnte bei „Paula, der Postbotin für positive Provinzpost“, einer Kunstfigur, die in einer Einlage ihren Blick auf die Hildesheimer Kulturlandschaft teilte, abgegeben werden.
Durch die Zusammenarbeit mit der KulturRegionale wird sich 2025 für Rosen&Rüben einiges ändern: Eine frühere Bewerbungsfrist, mehr Abstimmung und Koordination von Werbemaßnahmen oder eine Neuausrichtung der „Essenszeit im Hildesheimer Land“. Die Veränderungen im Team wirken mit der Neubesetzung der Pressestelle, dem temporären Wechsel der Projektleitung und der Übergabe der Assistenz ebenfalls ins nächste Jahr hinein. Im Teilnehmer*innenfeld fanden sich einige neue Akteur*innen und auch die wiederbelebte Kooperation mit der Walther Gropius Schule machte einen Unterschied zur vorherigen Saison. Alle diese Bewegungen und Veränderungen weisen Rosen&Rüben als ein lebendiges, agiles, wandlungs- und somit zukunftsfähiges Projekt aus.
Von Mai bis Oktober 2023 fanden im Rahmen der Kulturzeit im Hildesheimer Land 43 vielseitige Veranstaltungen statt – vom offenen Ateliertag, einer brasilianischen Nacht im Hinterhof bis zu den Hildesheimer Wallungen. Rund 15.000 Menschen besuchten die Veranstaltungen, die von 41 Vereinen und Initiativen sowie etlichen Kooperationspartner*innen ausgetragen wurden.
Beim „Naturerlebnistag am Bums Teich“ gab es ein großes Fest zwischen Feld und Blühstreifen mit mehr als 20 involvierten Vereinen und Ständen, die über Natur, Umwelt und Klimaschutz informierten und eigene Produkte feilboten.
Auch ungewöhnliche Orte wurden in diesem Jahr wieder bespielt – Lichtungen und Wegesränder des Elzer Papendahl wurden bei „Kunst im Wald“ zum Schauplatz von regionaler Kunst.
Beim Beteiligungsformat „Espresso und Kunsten“ gab es ein künstlerisches Intermezzo in der Mittagspause in der Hildesheimer Kirche St. Jakobi. Zum Kaffee wurde ein kurzweiliger Impuls gereicht, z.B. ohne Hände Spuren auf Papier hinterlassen. So konnten sich Gäste kreativ austoben.
Das Filmteam von Flusskiesel Studio erstellte 2023 einen 3-minütigen Imagefilm über Rosen&Rüben. Darin vermitteln Drohnenaufnahmen zwischen Stadt und Land und kurze Einblicke in Veranstaltungen einen lebendigen Einblick in das vielseitige Programm. Außerdem dokumentierten die Filmmacher vier Veranstaltungen von Rosen&Rüben: „Street smart“ – eine Stadtführung mit Wohnungslosen, eine „Pflanzentauschbörse“ oder die „Kompostition – Paradise now“, bei der in Asel mit Streichtrio, Stimmen und Soundscapes der Kreislauf der Natur gefeiert wurde.
Unter dem Motto „Netzwerken mit allen Sinnen“ gestaltete das Team von Rosen&Rüben zusammen mit dem IQ – der Interessenvertretung Kultur Hildesheim – einen Beitrag auf den Hildesheimer Wallungen. Am gemeinsam entwickelten Stand konnten Interessierte ein Quiz der Sinne erleben und an einzelnen Stationen Rosenduft erschnuppern, regionale Musik erraten, Pastillen aus Zuckerrüben erschmecken oder sich über die regionalen Netzwerke der Kultur informieren.
Bei der Landesgartenschau in Bad Gandersheim lockte Rosen&Rüben am 26. und 27. August gemeinsam mit Hildesheim Marketing Besucher*innen in den Pavillon der Regionen. Das Quiz der Sinne bot auch hier Anlass mit Gästen der LaGa ins Gespräch zu kommen. Aus Hildesheim reiste ein Gruppe Radfahrer*innen der Kulturerlebnistage an. Ihr am schönsten geschmücktes Rad wurde mit einer kleinen Rübe gekrönt.
Eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien und auf rosenundrueben.de begleitete das Programm der Kulturzeit im Hildesheimer Land. Es wurden außerdem Anzeigen geschaltet, u.a. im Stadtmagazin Public und bei Zeitungen des Gleitzverlags. Mit einer Auflage von 13.000 Exemplaren wurde das lokal gedruckte Programmheft im ganzen Landkreis verteilt. Ein besonderes Gimmick für Auftritte in der Öffentlichkeit waren Strickrüben, die bei einer Künstlerin aus Alfeld in Auftrag gegeben wurden.
Am 16. Januar war Projektleiterin Katrin Morgenroth beim kulturpolitischen Uniseminar „Province of culture“ zu Gast und stellte Rosen&Rüben vor. Auch bei der Veranstaltungsreihe „Hildesheim vor Ort“ im Puls am 24. Januar beteiligte sich das Projekt bei einer Diskussionsrunde mit Studierenden, Kulturschaffenden, städtischen und kreisweiten Kulturträgern. Thema waren hierbei lokale Netzwerkprojekte.
Der diesjährige Kulturtreff „Unter Dampf“ lud Kulturschaffende am 1. Dezember ins Schloss Derneburg ein. Unter dem Motto „Gast & Geben“ konnte man die Hall Art Foundation kennenlernen. Elisabeth Böhnlein vom Projektbüro Kulturregion informierte in einem Vortrag über die Pläne eines regionales Kulturfestivals 2025. Beim Showkochen wurden Fingerfood-Rezepte für Veranstaltungen getestet und in anderen Workshops gemeinsam gesungen und mit spannenden Theaterübungen experimentiert. Viele Ideen zu „Gast&Geben" wurden von Alix Einfeldt zeichnerisch festgehalten.
Bevor die Bewerbungsphase 2023 startete, wurden die Qualitätskriterien von Rosen&Rüben überarbeitet und im universitären Kontext mit Studierenden der Kulturwissenschaften diskutiert. Beim Online-Evaluationstermin am 18. Januar ging das Projektteam mit Kulturschaffenden in Austausch, um Feedback und Impulse zur Weiterentwicklung von Rosen&Rüben zu sammeln. Auch mit der Klimaschutzagentur und dem Zweckverband Abfallwirtschaft wurden Gespräche geführt zur Thematik Kultur und Nachhaltigkeit und Kooperationsideen entwickelt zur Müllvermeidung bei Veranstaltungen. Gemeinsam mit den Kulturerlebnistagen fand am 16. Mai ein Vernetzungstag für Veranstaltende der Kulturzeit statt, bei der spontan Künstler*innen mit Veranstalter*innen zusammenfanden.
Die Kulturzeit präsentierte 2022 von Juni bis Oktober 44 Veranstaltungen. Darunter das „Diner en vert“ – ein grüngewandetes Picknick zu Bläserklängen, während sich die Abendsonne auf die malerische Kulisse der Wittenburg ergoss. Beim Mühlensingen in an der Alten Wassermühle in Söhre wurde intergenerativ geträllert, rund ums Lagerfeuer, bei Wein und Limonade. Bei „Tango, Tapas & Tequila“ wurden die Tanzbeine in der Kulturscheune Barnten geschwungen.
Kamele tauchten bei der „1001 Nacht“ in Wrisbergholzen auf. Der „Historische Dorfrundgang mit Einkehrschwung“ in Hockeln legte Dorfgeschichte frei und endete mit einem musikalischen Tusch. Bei der „Langen Nacht des Bauernfilms“ in Garmissen wurde ein vor Ort angefertigtes Gemälde der Künstler*in Antje Schiffers gegen einen Film vom Hof Bleckwenn getauscht. Danach gab es in der Scheune auf Zuruf Bauernfilme aus ganz Europa – bei Zwiebelschmalzbroten, Gürkchen und Popcorn.
Vom 10.-12. Juni bespielte Rosen&Rüben – gemeinsam mit Hildesheim Marketing – einen Stand auf dem Tag der Niedersachsen in Hannover. Auf dem Smoothiebike von Labora konnten sich Besucher*innen einen Smoothie erstrampeln: Entweder einen süßen Rosen-Beeren-Smoothie mit frischen Erdbeeren und Rosenblättern oder einen herzhaften Rüben-Rabi-Smoothie auf Basis von Gurke und Kohlrabiblättern, garniert mit Lavendel. Selbstverständlich mit Früchten aus der Region.
2022 war das Programmheft der Kulturzeit im Hildesheimer Land nicht nur an klassischen Auslagestellen im Landkreis zu finden, sondern auch auf sechs Campingplätzen der Region und lud zu Ausflügen ins Umland ein. Eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien und auf rosenundrueben.de begleitete das Programm. Ein besonderes Werbegimmick war in diesem Jahr das Samenpapier „Sommerblumenwiese“. Auf dem Niedersachsentag verteilt, konnte die Saat von Rosen&Rüben überregional aufgehen – ob in Gärten, auf Balkonen oder im heimischen Blumentopf.
An der Essenszeit beteiligten sich 9 Restaurants und 3 Cafés und kredenzten regionale Gerichte mit den saisonalen Zutaten Tomaten, Blumenkohl, Kohlrabi sowie Rosen- und Lavendelblüten. Ein Speisekarteneinleger bewarb in den Gastronomien die Gerichte.
2022 entwickelte Rosen&Rüben die neue Rubrik „Schon gesehen?!“, die besondere Ausflugsorte im Hildesheimer Land präsentiert und so das Kulturprogramm um interessante Perspektiven der Heimatkunde erweitert. Dabei waren z.B. der Skulpturenpfad auf der Wernershöhe und die 1000-jährige Linde in Upstedt.
Am 16.12.2022 fand das jährliche Fortbildungs- und Vernetzungstreffen „Unter Dampf“ statt. Diesmal waren wir zu Gast im Bullenstall in Bodenburg. Zwei Impulsvorträge regten zur Diskussion an. Es referierte Céline Bartholomaeus zum Thema „Wie der Ochs vorm Scheunentor - was heißt eigentlich Diversität?“. Dr. Hartmut Wolter gab es uns einen Einblick in „Muh und Mühe in der Dorfmoderation – Altes wertschätzen, Neues starten“. Für ein tolles Buffet, mit und ohne Ochsenschwanz, und ordentlich „Wasser“ in der Tränke war natürlich auch gesorgt.
Das Team von Rosen&Rüben beteiligte sich an den Workshops und der zweitägigen Busreise des Netzwerkprojekt „Landzwitschern – ein kommunikativer Prozess“. Dort, abseits vom Büroalltag, fand ein fruchtbarer Austausch mit Partner*innen aus Verwaltung, Politik und Tourismus und Kulturschaffenden statt.
Am 10. November nahm die Projektleitung mit anderen Vertreter*innen aus Politik, Kulturmanagement und kultureller Praxis am Expert*innen-Workshop „Ländliche Räume“ der Stiftung Niedersachsen teil. Die Involvierten widmeten sich der Frage, was gefördert werden muss, damit sich Kunst und Kultur in ländlichen Räumen weiterentwickeln und entfalten können.
Am 30. November 2022 fand ein digitaler Fachvortrag mit Matthias Burzinski statt zum Thema „Strategien für einen Kulturtourismus im Umbruch: Warum eine Marke alleine nicht reicht“. Der Referent, Geschäftsführer von destinetCHANGE (- der Akademie für den Wandel in Kultur und Tourismus, Bonn) präsentierte aktuellste Ergebnisse aus der Kulturtourismusstudie und arbeitete im anschließenden Workshop die Potenziale der Marke Rosen&Rüben heraus. Am Fachvortrag nahmen 50 Personen teil.
2022 entwickelte Rosen&Rüben eine digitale Evaluation zu Potenzialen, um die Marke im Dialog mit Veranstalter*innen weiterzuentwickeln und Bestehendes auf Aktualität zu überprüfen. Themen waren dabei u.a. Werbung & Kommunikation, Publikum, Infrastrukturbedarf, Nachhaltigkeit und Mobilität. Im Januar 2023 schloss sich an den Prozess ein digitaler Workshop an, bei dem einzelne Themen genauer unter die Lupe genommen wurden.
